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Tierarztbesuch – Tipps

Den Tierarztbesuch verbinden viele Tiere mit Stress und Angst. Genaue Vorbereitung, sichere Transportbox sowie Impf- und Gesundheitspass können helfen, den Tierarztbesuch für alle Beteiligten möglichst stressfrei zu gestalten.

  Hilfe, mein Tier muss zum Tierarzt!

Nicht nur wenn das Tier krank ist, sondern auch für jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen ist ein Tierarztbesuch angesagt. Manche Tiere sehen dem Besuch in der Tierarztpraxis gelassen entgegen, andere sind extrem ängstlich und aufgeregt. Beim Tierarzt werden die Tiere mit einer Mischung aus Gerüchen von anderen Tieren, Menschen, Desinfektionsmitteln und Medikamenten konfrontiert. Dazu kommen die verschiedenen Geräusche, die aus Käfigen und Transportboxen, aber auch aus dem Behandlungszimmer zu hören sind. Die Veteri-Checkliste zeigt worauf es ankommt, damit der Besuch beim Tierarzt für Tier und Mensch möglichst stressfrei verläuft.

  Möglichst vorher: Termin vereinbaren

Ist der Tierarztbesuch kein Notfall, empfiehlt es sich besonders bei speziellen Untersuchungen oder operativen Eingriffen wie z. B. einer Kastration, rechtzeitig einen Termin zu vereinbaren. Der Tierarzt kann dann entsprechende Vorbereitungen für die Behandlung treffen.

  Nicht vergessen: Impf- und Gesundheitspass

Vor allem bei anstehenden Impfungen oder aber auch wenn es der erste Besuch beim neuen Tierarzt ist empfiehlt es sich, alle Krankenunterlagen des Tieres dabei zu haben. Besteht beispielsweise eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten oder hat das Tier eine Allergie, geht dies aus dem Gesundheitspass hervor. Bei Welpen sieht der Tierarzt, welche vorsorgende Schutzimpfung noch vorgenommen werden muss. Bei älteren Tieren geben die Unterlagen Aufschluss über anstehende Auffrischimpfungen.

  Nicht nur im Notfall: Behutsame Vorbereitung

Gewöhnen Sie Ihr Tier behutsam und allmählich an den Tierarztbesuch. Bei Welpen und Jungtieren empfiehlt sich, das Tier zunächst in der Praxis vorzustellen, um Grunduntersuchungen durchführen zu lassen, die das Tier nicht mit Unwohlsein und Schmerzen verbindet. Beim Betreten des Wartebereichs und des Behandlungsraumes besonders beliebte Leckerlis und Streicheleinheiten verabreichen. So wird der erste Tierarztbesuch zum positiven Erlebnis.

  Gewohnheit ist alles: „Spiele“ mit der Transportbox

Damit die Tiere ihre Transportbox nicht automatisch mit einem Tierarztbesuch in Verbindung bringen, empfiehlt es sich, diese hin und wieder im Wohnraum aufzustellen. Ausgepolstert mit einer Decke und bestückt mit einem Leckerli, wird das Tier gerne hineingehen und sie nicht als Bedrohung empfinden. Nun kann die Klappe zeitweise geschlossen werden und durch das Gitter können Leckerbissen gereicht werden. Im nächsten Schritt kann das Tier in der Transportbox ein paar Schritte getragen werden, so dass es sich an das Schaukeln gewöhnt.

  Vor dem Besuch: Das stille Örtchen aufsuchen!

Besonders in Stress- und Angstsituationen leiden einige Tiere an Blasenschwäche. Daher ist es ratsam,wenn das Tier vor dem Besuch beim Tierarzt seine Blase schon einmal entleert hat. Vor dem Termin deshalb den Hund und die Katze ihr Geschäft erledigen lassen. Danach können Sie in Ruhe den Besuch beim Tierarzt antreten.

  Ruhe bewahren: Keine Aufregung im Wartezimmer

Versuchen Sie, beim Tierarzt Ihr eigenes ängstlich-aufgeregtes Verhalten zu unterdrücken. Negative Emotionen können sich auf das Tier übertragen und verstärken das Angstverhalten in der ungewohnten Umgebung. Hat sich bei erwachsenen Tieren die Angst vor dem Tierarzt bereits etabliert, können zur Beruhigung Präparate in Absprache mit dem Tierarzt angewendet werden. Einige Tierärzte verwenden in ihrer Praxis so genannte Pheromone. Diese synthetisch hergestellten Duftstoffe können bei Hunden und Katzen eine beruhigende Wirkung auslösen. Auch die Angstgerüche des Vorgängers werden beseitigt. Unbedingt Zwischenfälle im Wartezimmer mit anderen Patienten vermeiden! In der Tierarztpraxis den Hund immer an die Leine nehmen. Andere Tiere wie Katzen oder Nager in ausbruchsicheren Transportboxen unterbringen.

  Genaue Angaben: Was ist passiert?

Unterstützen Sie den behandelnden Tierarzt bei der Klärung der Ursache der Krankheit. Geben Sie daher möglichst genau Auskunft über:

  •   Angaben zum Unfallhergang (Was ist passiert? Wer war beteiligt?)
  •   Beginn und Dauer der Erkrankung
  •   aufgetretene Symptome
  •   eine eventuelle Vorerkrankung und Behandlung
  •   bekannte Medikamentenunverträglichkeiten und Allergien

  Bitte mitbringen: Ausscheidungen des Tieres

Ausscheidungen wie Erbrochenes, Kot und Urin können bei der Klärung der Ursache helfen. Häufig ist eine Laboruntersuchung notwendig, um den genauen Auslöser der Krankheit festzustellen und dann die entsprechende Behandlung einzuleiten.

  Sicher zum Tierarzt: Welche Transportbox für welches Tier?

Verwenden Sie für den Transport von kleinen Heimtieren wie Meerschweinchen, Kaninchen und Katzen eine nach oben zu öffnende Transportbox. Dies erleichtert das schonende Herausnehmen des Patienten. In besonderen Fällen kann das Tier auch im Transportbehälter behandelt werden. Kranke Vögel möglichst in ihrem eigenen, mit einem Handtuch abgedeckten Käfig mitbringen oder den Patienten frühzeitig in einen kleinen Krankenkäfig umsetzen. Vor dem Tierarztbesuch bitte nicht die Bodenschale reinigen, damit der Tierarzt die darin befindlichen Ausscheidungen gegebenenfalls untersuchen kann.

  Tierischer Notfall: Transport eines Notfallpatienten

Sorgen Sie beim Transport für eine sichere, stabile Lage des verletzten Tieres. Kleinere Tiere wie beispielsweise Meerschweinchen können in einem Pappkarton, der mit einer Decke ausgekleidet ist, sicher befördert werden. Große Hunde können auf einer gespannten Decke getragen werden. Achten Sie besonders darauf, verletzte Gliedmaßen weich und sicher zu lagern. Versuchen Sie, unnötige Erschütterungen des Patienten zu vermeiden.