mittelmeerkrankheiten beim hund
@ Javier Brosch /Shutterstock

Mittelmeerkrankheiten beim Hund

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Unter dem umgangssprachlichen Begriff Mittelmeerkrankheiten werden eine Reihe unterschiedlicher Erkrankungen zusammengefasst, die ihren Ursprung im Mittelmeerraum haben und die dementsprechend dort besonders verbreitet sind.

Es gibt sowohl Mittelmeerkrankheiten, die ausschließlich Menschen betreffen, als auch jene, mit denen sich Hunde infizieren können oder die für Mensch und Tier gleichermaßen eine Gefahr darstellen.

Die folgenden Mittelmeerkrankheiten können bei deinem Hund auftreten: 

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Überträger von Mittelmeerkrankheiten

Je nach Art der Krankheit werden Hunde entweder durch Zecken oder Mücken mit einer Mittelmeerkrankheit infiziert. Der Parasit trägt die Erreger in sich und überträgt diese beim Stich dann auf deinen Vierbeiner.

Durch Zecken übertragene Mittelmeerkrankheiten:

  • Anaplasmose (Infektion in Europa hauptsächlich über den Gemeinen Holzbock)
  • Ehrlichiose (vor allem durch den Biss der Braunen Hundezecke)
  • Borreliose (Übertragung insbesondere durch den Gemeinen Holzbock)
  • Hepatozoonose (nicht durch den Stich, sondern durch das Herunterschlucken einer infizierten Zecke)

Durch Mücken übertragene Mittelmeerkrankheiten:

  • Leishmaniose (Übertragung durch Stiche von Sand-, beziehungsweise Schmetterlingsmücken)
  • Dirofilariose (Übertragung der Herzwurmlarven von der Mücke auf den Hund)

Babesiose kann sowohl durch Mückenstiche, als auch durch den Biss einer Zecke auf deinen Hund übertragen werden. Ist Letzteres der Fall, können dafür verschiedene Zeckenarten verantwortlich sein, wobei insbesondere die Auwaldzecke als potentieller Träger der Krankheitserreger gilt.

Giardien, die ebenfalls zu den Mittelmeerkrankheiten zählen, nehmen hingegen nicht den Umweg über einen Zwischenwirt. Die Dünndarm-Parasiten werden von deinem Hund zum Beispiel über infiziertes Trinkwasser oder den Kontakt mit erkrankten Artgenossen aufgenommen.

Was Mittelmeerkrankheiten für Hunde so gefährlich macht

Der Begriff Mittelmeerkrankheiten löst bei vielen Hundehaltern regelrecht Panik aus. Denn nicht selten hat eine Infektion an einer dieser Erkrankungen für den Hund sehr ernste Konsequenzen.

Das liegt zum einen daran, dass sich Symptome (je nach Krankheit) oft erst Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der Infektion bemerkbar machen. Zum anderen äußern sich die verschiedenen Mittelmeerkrankheiten bei deinem Hund häufig nur mit sehr unspezifischen Beschwerden.

Das erschwert eine zeitnahe und richtige Diagnose, sodass eine rechtzeitige und korrekte Behandlung in vielen Fällen kaum möglich ist. Je nachdem, um welche Mittelmeerkrankheit es sich genau handelt, kann das für deinen Hund dann einen langen Leidensweg zur Folge haben.

Mittelmeerkrankheiten – längst auch in Nordeuropa angekommen

Der Begriff Mittelmeerkrankheiten bezieht sich auf das Gebiet, in dem sie besonders oft auftreten, beziehungsweise auftraten. Neben den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens zählen dazu beispielsweise auch Italien, Südfrankreich, Griechenland, Spanien, Bulgarien oder die Türkei. Da viele dieser Länder beliebte Urlaubsziele sind, handelte es sich bei Mittelmeerkrankheiten ursprünglich also um klassische Reisekrankheiten Der Begriff Mittelmeerkrankheiten lässt vermuten, dass die genannten Erkrankungen wie Babesiose oder Leishmaniose ein rein lokales Problem südeuropäischer Länder darstellen. Das entspricht jedoch schon lange nicht mehr der Realität.

Das Risiko steigt auch bei uns

Es ist daher ein Irrglaube, zu denken, dass nur Hunde, die zum Beispiel über einen Tiernotdienst aus einem südeuropäischen Land in Deutschland ein neues Zuhause finden oder die mit auf eine Urlaubsreise nach Südeuropa genommen wurden, sich mit einer Mittelmeerkrankheit infizieren können.

Denn zum einen ist die Inkubationszeit oft sehr lange, sodass noch vor dem Ausbrechen der Krankheit eine Übertragung auf andere Hunde möglich ist. Zum anderen haben sich mittlerweile zum Teil auch die Überträger von Mittelmeerkrankheiten bei uns ausgebreitet.

So treten zum Beispiel Sandmücken, die für die Übertragung von Leishmaniose verantwortlich sind, aufgrund des Klimawandels bereits seit Längerem auch in Deutschland auf. Das Gleiche gilt für die Auwaldzecke als Überträger von Babesiose sowie für die Braune Hundezecke, die zum Beispiel eine Infektion mit Ehrlichiose verursachen kann.

Was du als Hundehalter gegen Mittelmeerkrankheiten tun kannst

Auch wenn ein hundertprozentiger Schutz vor Mittelmeerkrankheiten kaum möglich ist, gibt es durchaus Vorbeugungsmaßnahmen, die du zum Beispiel vor dem Antritt einer Urlaubsreise mit deinem Hund oder auch daheim während der Sommermonate ergreifen kannst.

Möglichkeiten zur Vorbeugung von Mittelmeerkrankheiten beim Hund: [gap]
  • Nutzung von Präparaten gegen Sandmücken (zum Beispiel in Form von Halsbändern oder Spot ons)
  • Verwendung von Zeckenschutzmitteln (Neben Spot ons und Halsbändern sind auch natürliche Präparate erhältlich.)
  • Hund nach dem Gassigehen nach Zecken absuchen und gegebenenfalls umgehend entfernen
  • Risikogebiete vermeiden, sofern dies möglich ist

Die genannten Maßnahmen können zumindest dabei helfen, das Risiko einer Infektion mit einer Mittelmeerkrankheit zu reduzieren. Einen hundertprozentigen Schutz bieten dir allerdings auch diese Vorsichtsmaßnahmen nicht.

Solltest du bei deinem Vierbeiner Symptome bemerken, die auf eine Mittelmeerkrankheit hindeuten können, raten wir dir daher umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Denn je schneller eine Erkrankung diagnostiziert werden kann, desto schneller kann sie behandelt werden und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund die Mittelmeerkrankheit gut übersteht.