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Kampfhunde und Hundeerziehung

Die sogenannten Kampfhunde wurden ursprünglich für das Treiben von Rindern und Kämpfe gegen Artgenossen oder andere Tiere gezüchtet. Dabei wurde besonders auf Aggressivität, Kraft und Unempfindlichkeit gegen Schmerzen geachtet, denn bei Wetten auf Sieg oder Niederlage waren große Beträge im Spiel. Heute werden Kampfhunde nicht mehr für Hundekämpfe gezüchtet, sondern meist von Liebhabern der Rasse gehalten. Zudem sind diese Art von Kämpfen heute selbstverständlich verboten, deshalb findet man sie nur noch in einigen Ländern, wo sie illegal abgehalten werden.

Auf Erziehung und Ausbildung sollte bei sogenannten Kampfhunden besonderer Wert gelegt werden

Leider sind Kampfhunde durch verschiedene Vorfälle, bei denen Menschen von Hunden angegriffen wurden, in Verruf geraten. Für einige Rassen gibt es deshalb eine Kampfhundeverordnung, in der die Regeln für deren Haltung festgelegt sind. Dies wird in Deutschland je nach Bundesland anders gehandhabt. Für Kampfhunde gibt es Listen, auf denen jeweils die als gefährlich eingestuften Rassen vermerkt sind. Für diese gelten besondere Auflagen für die Haltung und den Umgang. Das sind Leinen- und Maulkorbzwang und der sogenannte „Wesenstest“, bei dem das Verhalten des Tieres in Bezug auf Menschen, Artgenossen und verschiedene andere Reize überprüft wird. Außerdem muss ein Kampfhund angemeldet und seine Haltung genehmigt werden.

Kampfhunde für die man einen Genehmigung benötigt sind deswegen die sogenannten Listenhunde, dies sind vorrangig der Staffordshire Terrier, der American Staffordshire Terrier, der Bullterrier, der Pit Bull Terrier, der Bandog und der Tosa Inu. Weiter gehören hierzu der Alano, der Rottweiler, der Fila Brasileiro, der Dog Argentino, der Mastiff, der Bullmastiff, die Bordeaux Dogge und der Mastino. Weiter gilt dies auch für Mischlinge dieser Rassen. Die Gesetze und Auflagen für die Haltung von Kampfhunden weichen hier in ihrer Härte voneinander ab, ähneln sich aber im Großen und Ganzen.

Selbstverständlich kann man nicht abstreiten, dass Kampfhunden eine natürliche Aggressivität angezüchtet wurde. Dies bedeutet aber nicht, dass jeder Kampfhund irgendwann dazu neigen wird, einen Menschen anzufallen.

Das Verhalten eines Kampfhundes hängt ab von

  •   den ererbten körperlichen und psychischen Eigenschaften des Tieres
  •   der Haltung
  •   der Erziehung

Ein verantwortungsvoller Halter wird seinen Kampfhund nicht zu einem aggressiven und gefährlichen Tier erziehen oder ausbilden und damit sein ererbtes Potenzial fördern.

Wie ein Hund sich dem Menschen und Artgenossen gegenüber verhält, hängt von seiner Erziehung und Haltung ab. Durch schlechte oder falsche Behandlung, Vernachlässigung und Gewalt kann nahezu jedes Tier zum gefährlichen Kampfhund werden. Dies wird vor allem deutlich, wenn man bedenkt, dass bei Angriffen auf Menschen nicht ausschließlich Kampfhunde (Listenhunde) beteiligt waren, sondern häufig auch Hunde anderer Rassen.

Die späteren Eigenschaften eines Kampfhundes und auch die jedes anderen Vierbeiners, werden vom Menschen beeinflusst. Schon im Welpenalter sollte das Tier auf den Menschen geprägt werden und später sachgerecht gehalten und erzogen werden.

Wichtig ist besonders die Bindung zwischen Kampfhund und Mensch und die frühzeitige Gewöhnung an verschiedene Umweltreize, so wie die Gewöhnung und der Umgang mit Artgenossen. Nur ein seelisch gesundes Tier wird nicht zur Gefahr, dies gilt für Kampfhunde zwar besonders wegen ihrer genetischen Anlagen, aber dennoch sollte dies auch genauso bei allen anderen Hunden beachtet werden.