Braune Hundezecke
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Die Braune Hundezecke ist auf dem Vormarsch

Das Risiko von Zeckenstichen wird in den letzten Jahren immer größer. Denn die Parasiten breiten sich nicht nur immer weiter aus. Darüber hinaus kommen zu den heimischen Arten auch neue hinzu.

Eine davon ist die Braune Hundezecke, die seit kurzem auch in Deutschland auf dem Vormarsch ist. Woher die Zecke namens Rhipicephalus sanguineus stammt, wie sie den Weg zu uns gefunden hat und warum sie so gefährlich ist, erfährst du im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick:
  • Die Braune Hundezecke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum.
  • Hunde können sie auf der Rückreise aus dem Urlaub in ihrem Fell tragen.
  • Mittlerweile scheint sich die Zeckenart auch in Mittel- und Nordeuropa auszubreiten.
  • In warmer Umgebung, wie zum Beispiel in Wohnungen oder Tierheimen, kann sie ganzjährig überleben.
  • Die Braune Hundezecke kann sowohl Menschen als auch Hunde mit gefährlichen Krankheiten infizieren.
  • Zeckenschutzmittel und ein regelmäßiges Absuchen des Fells können deinen Hund schützen.

Steigende Temperaturen erleichtern der Braunen Hundezecke die Ausbreitung

Ursprünglich stammt die Braune Hundezecke aus Nordafrika. Mittlerweile ist sie allerdings auch im europäischen Mittelmeerraum beheimatet, von wo sie zunehmend auch den Weg nach Mittel- und Nordeuropa zu finden scheint.

Bislang wurde sie in den meisten Fällen von Hunden aus dem Urlaub eingeschleppt. Forscher gehen jedoch davon aus, dass sie durch den Klimawandel und den damit verbundenen Temperaturanstieg auch in Deutschland heimisch werden könnte.

Diese Annahme wird nicht zuletzt durch die Tatsache gestützt, dass die Braune Hundezecke bereits auf Hunden gefunden wurden, die ihre Heimat noch nie verlassen haben.

Ganzjähriges Überleben der Braunen Hundezecke

Unter den passenden Lebensbedingungen ist die Braune Hundezecke in Deutschland sogar dazu in der Lage, ganzjährig zu überleben. Neben Tierheimen und beheizten Zwingern können sich die Parasiten beispielsweise auch in Wohnungen einnisten.

Was die Braune Hundezecke so gefährlich macht

Es ist bekannt, dass Zecken oft eine Vielzahl von gefährlichen Krankheitserregern in sich tragen, mit denen sie ihre tierischen und menschlichen Wirte während ihrer Blutmahlzeit infizieren können.

Bei den in Deutschland heimischen Arten ist vor allem das Risiko für eine Infektion mit Borreliose hoch. In Braunen Hundezecken wurden bislang allerdings noch keine Borrelien nachgewiesen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie für deinen Hund keine Gefahr darstellen. Denn stattdessen können sie die Erreger für Babesiose, Ehrlichiose und Hepatozoonose in sich tragen.

Eine Infektion mit diesen Krankheiten kann für deinen Hund schlimme Folgen haben:
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  • Babesiose verursacht bei deinem Vierbeiner eine Anämie (Blutarmut) und kann in ihrer akuten Form ohne Behandlung innerhalb weniger Tage tödlich verlaufen.
  • Ehrlichiose wird auch als Zeckenfieber bezeichnet. Die Infektion verläuft akut bis chronisch und kann bei ausbleibender Behandlung bleibende Schäden verursachen.
  • Hepatozoonose führt zu Entzündungen des Gewebes und der Organe mit entsprechend ernsten Folgen für deinen Hund. Eine vollständige Heilung ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Braune Hundezecken sind auch für Menschen gefährlich

Trotz ihres Namens beschränkt sich die Braune Hundezecke hinsichtlich ihrer potentiellen Wirte nicht ausschließlich auf deinen Vierbeiner. Wenn du nicht acht gibst, kann es durchaus sein, dass die kleinen Parasiten dich für ihre nächste Blutmahlzeit auswählen.

Gerade wenn sich Braune Hundezecken unbemerkt im Fell deines Vierbeiners befinden, ist das Risiko groß, dass diese beim Spielen oder Streicheln auf dich gelangen können. Hinzu kommt, dass sich die Braune Hundezecke auch bei euch zuhause einnisten kann.

Dort wartet sie dann geduldig auf den passenden Moment, um zuzustechen. Da sie nicht nur deinen Hund, sondern auch dich und andere Mitglieder deiner Familie mit gefährlichen Krankheiten infizieren kann, solltest du das Thema unbedingt ernstnehmen.

Zeckenschutz wird für Hunde immer wichtiger

In Anbetracht der zunehmenden Verbreitung von Zecken, wird es immer wichtiger, dass du deinen Hund während der wärmeren Monate des Jahres vor den blutsaugenden Parasiten schützt.

Schließlich ist die Braune Hundezecke längst nicht die einzige Art, die für deinen Vierbeiner ein Problem darstellen kann. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel noch die Auwaldzecke sowie den Gemeinen Holzbock. Beide stellen bereits seit Langem eine Gefahr dar und breiten sich ebenfalls zunehmend aus.

Wann ist Zeckenzeit?

Grundsätzlich solltest du ungefähr von März bis Oktober damit rechnen, dass Zecken besonders aktiv sind. In milden Wintern kann es allerdings durchaus auch sein, dass außerhalb der typischen Zeckenzeit ein gewisses Risiko besteht.

Welches Zeckenmittel eignet sich für Hunde?

Um deinen Vierbeiner vor Bissen von Brauner Hundezecke und Co., beziehungsweise vor der Infektion mit einer gefährlichen Krankheit zu schützen, ist die Nutzung eines Zeckenschutzmittels ratsam.

Dabei hast du die Wahl zwischen zahlreichen Präparaten. Bedenke beim Kauf, dass einige der Mittel Insektizide enthalten, die auf Dauer auch deinen Vierbeiner belasten können.

Alternativ gibt es mittlerweile vermehrt natürliche Produkte, deren Zusammensetzung eine abschreckende Wirkung auf Zecken haben soll. Allerdings ist die Wirksamkeit derartiger Zeckenmittel nicht immer zweifelsfrei nachgewiesen.

Kontrolliere das Fell nach dem Gassi gehen

Unabhängig davon, für welches Mittel du dich entscheidest, solltest du das Fell deines Hundes nach dem Gassi gehen gründlich auf Zecken kontrollieren und diese bei Bedarf umgehend entfernen.

Da Zecken bei Hunden meist nicht sofort zustechen und die Übertragung der Erreger nach dem Biss mehrere Stunden bis Tage dauert, kannst du so das Krankheitsrisiko deutlich senken. [block id=“erste-hilfe-kostenlos-banner“]