Behinderte Hunde
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Behinderte Hunde

Hunde mit einem Handicap haben es oft nicht leicht. Häufig sind ihre Halter mit ihnen und den Herausforderungen, die der Alltag mit einem behinderten Hund mit sich bringt, überfordert.

Dabei sind sie eigentlich ganz normale Hunde, die genau die gleiche Zuneigung wie ihre gesunden Artgenossen verdient haben. Ob mit neurologischen Störungen, taub, blind oder mit nur drei Beinen – behinderte Hunde wollen geliebt werden.

Mit genug Zuwendung und Aufmerksamkeit können auch sie ein lebenswertes und glückliches Leben führen. Es liegt in unserer Verantwortung ihnen das zu ermöglichen. Schließlich sind Hunde keine Gegenstände, die wir einfach wegwerfen können, wenn sie nicht oder nicht mehr richtig funktionieren.

Das Wichtigste auf einen Blick:
  • Hunde können genau wie Menschen unter Behinderungen wie Taubheit oder Lähmungen leiden.
  • Halter können betroffene Tiere auf vielfältige Weise im Alltag unterstützen.
  • Meist ist es für behinderte Hunde mit etwas Hilfe sehr gut möglich, ein glückliches Lebens zu führen.
  • Einschläfern sollte nur in absoluten Ausnahmefällen das Mittel der Wahl darstellen.

Behinderungen bei Hunden

Im Prinzip können Hunde ganz ähnliche Behinderungen wie Menschen haben. Diese können sowohl angeboren als auch durch Unfälle oder Krankheiten erworben sein. Wie groß die Einschränkung im Alltag dadurch ist, hängt von der Art und dem Grad des Handicaps ab.

Unter anderem können Hunde an folgenden Behinderungen leiden: [gap]
  • Blindheit
  • Taubheit
  • geistige Behinderungen
  • Lahmheit
  • Amputierte Gliedmaßen

Blinde Hunde

Hunde können durch Augenkrankheiten blind werden oder auch von Geburt an blind sein. Das ist jedoch kein Grund, betroffene Tiere aufzugeben. Schließlich haben Hunde einen ausgezeichneten Geruchssinn und ein gutes Gehör, sodass sie sich auch ohne Augenlicht sehr gut zurechtfinden können.

Natürlich ist es dafür notwendig, dass du deinen blinden Vierbeiner unterstützt und euer Zuhause zum Beispiel frei von Hindernissen, über die er stolpern könnte, hältst.

Viele behinderte Hunde sind blind. Dies tritt auch oft bei Hundesenioren auf.
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Taube Hunde

Taube Hunde stellen ihre Besitzer vor besondere Herausforderungen. Schließlich sind wir es gewöhnt, in erster Linie mit Worten mit unseren Vierbeinern zu kommunizieren. Wenn ein Hund nichts hören kann, ist das natürlich nicht möglich.

Das heißt aber noch lange nicht, dass du deinen tauben Vierbeiner nicht erziehen kannst oder er aufgrund seines Handicaps gar gefährlich ist. Denn es ist durchaus möglich, einem Hund nötige Kommandos per Zeichensprache zu geben und so auch mit einem gehörlosen Tier gut zurechtzukommen.

Geistig behinderte Hunde

Geistige Behinderungen können bei Hunden ganz unterschiedliche Ursachen haben und sich auf verschiedene Weise zeigen. Je nach Art des Handicaps ist ein weitgehend normales Leben auch für geistig behinderte Hunde durchaus möglich.

Allerdings solltest du als Halter natürlich wissen, wie du deinen Vierbeiner zu nehmen hast und worauf es beim Umgang mit ihm ankommt. Manche Hunde lernen dadurch zum Beispiel keine Kommandos oder benötigen sehr lange, bis sie diese Umsetzen können.

Gelähmte Hunde

Lähmungen können bei Hunden insbesondere durch Unfälle sowie eine Vielzahl von Krankheiten auftreten. Für betroffene Tiere bedeutet das natürlich eine erhebliche Einschränkung und für ihre Besitzer eine große Herausforderung.

Nichtsdestotrotz können auch Hunde mit einer Lähmung ein glückliches und lebenswertes Leben führen, sofern du dich als Halter deiner Verantwortung stellst und deinen Vierbeiner unterstützt.

Hunde mit amputierten Gliedmaßen

Das gilt auch für Hunde, denen infolge eines Unfalls oder einer Krankheit ein Bein amputiert wurde. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit lernen betroffene Tiere recht gut damit zurechtzukommen und ihr Körpergewicht beim Laufen entsprechend zu verteilen.

Es gibt natürlich auch Fälle in denen ein Hund mit verkümmerten Gliedmaßen auf die Welt kommt. Selbst hier kann man mit richtigen Hilfsmitteln ein tolles Hundeleben ermöglichen.

Treppensteigen erweist sich allerdings als schwierig. Zudem solltest du die Hundeleine gegen ein spezielles Geschirr für dreibeinige Hunde tauschen.

Hilfsmittel für behinderte Hunde

Je nach Behinderung benötigt das betroffene Tier besondere Zuwendung und spezielle Hilfsmittel im Alltag. Die Auswahl ist groß, sodass die Chancen gut stehen, dass du deinem behinderten Hund sein Leben mit der richtigen Hilfe deutlich erleichtern kannst.

Eine kleine Auswahl an möglichen Hilfsmitteln für behinderte Hunde: [gap]
  • waschbare Windeln für Hunde mit Inkontinenz
  • Rollis und Buggys für gelähmte Hunde
  • Prothesen und Orthesen für Hunde
  • Hebegurte und spezielle Hundegeschirre
  • Vibrationshalsbänder
  • Orthopädische Spezialbetten
  • Hundeschuhe

Achte darauf, dass die Hilfsmittel deiner Wahl deinem Vierbeiner gut passen. Es gibt Sanitätshäuser, die sich darauf spezialisiert haben, Hilfsmittel für behinderte Hunde herzustellen. An diese kannst du dich wenden.

Auch wenn das für dich mit Kosten verbunden ist, wirst du am Ende froh sein, etwas Geld in das Wohl deines Hundes investiert zu haben. Spätestens wenn du siehst, wie glücklich dein Vierbeiner über die Erleichterung ist, weißt du, dass du das Richtige getan hast.

Behinderte Hunde – unser Fazit

Wie du siehst, können Hunde unter ganz unterschiedlichen Behinderungen leiden. In den meisten Fällen muss das jedoch nicht heißen, dass das betroffene Tier kein schönes Leben führen kann.

Einschläfern sollte daher wirklich nur in Ausnahmefällen das Mittel der Wahl darstellen. In allen anderen Fällen sind wir als Halter von Hunden mit Behinderungen gefragt, uns der Verantwortung zu stellen und unsere Vierbeiner so gut es geht im Alltag zu unterstützen.

Wir hoffen, dass wir dich mit diesem Artikel ein wenig für das Thema behinderte Hunde sensibilisieren und dir zeigen konnten, dass es sich bei ihnen wirklich um liebenswerte Tiere handelt, die viel Freude an ihrem Leben haben.

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