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Grundlagen der Welpenerziehung

Bei der Welpenerziehung kommt es noch nicht darauf an, dass der Welpe möglichst viel lernt. Er soll am Anfang nur die Grundlagen für die Mensch – Tier-Beziehung erlernen und das richtige Verhalten im Alltag beherrschen.
Am wichtigsten ist für die Welpenerziehung die sogenannte Sozialisierungsphase. Diese Phase dauert etwa von der zweiten Lebenswoche bis zur 14. Woche. Am meisten lernt der Welpe jedoch in der 4. bis 8. Lebenswoche, hier wird er am meisten geprägt. Für die Welpenerziehung ist es deshalb wichtig, dass der Welpe schon beim Züchter Kontakt zu Menschen, anderen Hunden und Tieren bekommt, in einer artgerechten Umgebung aufwächst und (in Maßen) unterschiedlichen Umweltreizen ausgesetzt wird. Geschieht dies nicht, kann es passieren, dass der Welpe im Erwachsenenalter verhaltensauffällig wird. Ist das Tier noch jung, kann man dies schlecht einschätzen, fehlgeprägtes Verhalten zeigt sich meist erst dann, wenn der Welpe ausgewachsen ist.

Was der Welpe lernen muss

  •   Bindung an den Menschen
  •   Sozialverhalten gegenüber Artgenossen
  •   Beißhemmung
  •   Alleinbleiben
  •   Stubenreinheit
  •   einfache Grundkommandos

Damit der Welpe später nicht zum Problemtier wird, ist die Sozialisierung ganz wichtig. Holt man das junge Tier vom Züchter ab, hat es meist noch keine Bindung an den für ihn neuen Menschen. Bei der Welpenerziehung sollte man darauf achten, dass der Welpe vertrauen aufbaut und seinen Halter als oberstes Rudelmitglied anerkennt. Ein Welpe profitiert dabei mehr von einem souveränen Auftreten des Menschen, als von Dominanz, Souveränität gibt ihm Sicherheit. Führung ist wichtig, nicht das Durchsetzen der eigenen Vorstellungen mit Gewalt. Die Zeit, die man hier in die Welpenerziehung investiert mag für manch einen übertrieben erscheinen, sie zahlt sich allerdings ein ganzes Hundeleben lang aus.

Außerdem wichtig für die Welpenerziehung ist der frühe Kontakt mit anderen Hunden und Tieren, der Welpe muss frühzeitig lernen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Das Sozialverhalten wird dabei geprägt, was später einen problemlosen und aggressionsfreien Umgang mit Artgenossen ermöglicht. Hier wird auch die Beißhemmung trainiert, dabei lernt der Welpe nicht zu fest zuzupacken. Das sollte auch bei der Welpenerziehung berücksichtigt werden. Der kleine muss wissen, dass er Menschen mit seinen Zähnen verletzen kann. Packt der Welpe beispielsweise im Spiel zu fest zu, wird das Spielen sofort abgebrochen.

Auch das Alleinbleiben muss der Welpe früh lernen. Allein zurückgelassen zu werden, kann für einen jungen Vierbeiner unerträglich sein, fangen Sie deshalb langsam an. Gehen Sie bei der Welpenerziehung langsam vor und lassen Sie das Tier nur für kurze Zeit allein. Nach und nach kann man die Zeit, in der der Welpe allein ist verlängern. Stubenreinheit ist ebenso wichtig. Ein Welpe kann sich, genau wie ein Baby, noch nicht richtig kontrollieren. Tragen Sie ihne deshalb hinaus, sobald er sein Geschäft verrichten möchte und verbinden Sie dies mit einem Wort. nach einiger Zeit wird der Welpe sich dann lösen, sobald er das Wort hört.

Für die Welpenerziehung benötigt man weiter einige Grundkommandos. Die sind wichtig für die Bindung zum Menschen und für den gefahrlosen Umgang. Der Welpe sollte auf Zuruf zu Ihnen kommen, Sitz und Platz beherrschen und sich an der Leine führen lassen. Diese Grundkommandos werden bei der Welpenerziehung zum Beispiel im Straßenverkehr benötigt, oder wenn Sie das Tier schnell zu sich rufen müssen. Der Welpe kann auch später noch von diesen früh erlernten Grundlagen profitieren, Sie können immer wieder darauf aufbauen.

Der Welpe und Umweltreize

Bei der Welpenerziehung ist es nötig, dass der Welpe unterschiedliche Umweltreize kennenlernt. Wird er schon früh daran gewöhnt, hat er auch später kaum Probleme und man kann ihn fast überall mit hinnehmen. Frühes lernen vermeidet spätere Angst.

Zeigen Sie dem jungen Tier bis zur 4. Lebenswoche Dinge, wie

  •   unterschiedliche Arten von Böden (Steigungen, glatte Böden, Treppen, wackelige Böden, Gitter, unebene Flächen, Brücken)
  •   verschiedene Räume (Häuser, Kaufhäuser, Hallen, Aufzüge)
  •   optische Reize (Schirme, Gehstöcke, flatternde Bänder/Tücher, Hüte, Scheinwerfer/Lichter, Dunkelheit)
  •   Geräusche (Lärm, Staubsauger, Rasenmäher, Mixer, laute Musik, fallende Gegenstände, Geschrei)
  •   unterschiedliches Futter
  •   Fahrzeuge (Auto, Bus, Radfahrer, LKW, Moped, Motorrad, Zug, Bahn, Skater, Kinderwagen)
  •   andere Tiere (Pferd, Rind, Katze, Vogel, ….)
  •   andere Hunde in unterschiedlichem Alter und Geschlecht
  •   unterschiedliche Menschen in unterschiedlichem Alter und Geschlecht